Bibliothek der verbotenen Bücher

Unsere „Bibliothek der verbotenen Bücher“ bezeichnet sowohl ein größer angelegtes Forschungs-, Bildungs- und Kunstprojekt als auch eine daraus entstehende Bibliothek verbotener Literatur.

Für uns gehört zu jedem Engagement für Freiheitsrechte neben dem Blick auf aktuelle Entwicklungen auch die historisch-kritische Betrachtung ihrer Einschränkungen. Mit unserem Projekt zu verbotenen Büchern widmen wir uns daher vor allem der Geschichte der Zensur und ihrer Rolle in Politik und Gesellschaft, ihrem Verhältnis zu Freiheitsrechten, und den vielgestaltigen Umgehungsversuchen von Zensur.

Unser Forschungsprojekt bündelt daher Ansätze v.a. in folgenden Bereichen:

  • eine synchrone und diachrone Untersuchung von Zensur, d.h. der Geschichte der Zensur und ihrer prominenten und unbekannten Ausformungen sowie der aktuellen Zensurpraxis in unterschiedlichen Ländern.
  • eine Untersuchung konkreter Zensurpraxis, d.h. der Mechanismen der Durchsetzung (etwa: Verbot, Verbot der Vervielfältigung, Copyright, Strafbarkeit der Produktion / des Verkaufs / des Kaufs / des Besitzes, etc.)
  • eine Untersuchung zu Begründungsstrategien von Zensur und Verbot, d.h. der zugehörigen rechtlichen und rhetorischen Mittel
  • eine Untersuchung zu Zensur als Mittel zur Herstellung, Durchsetzung und Bewahrung von (politischer) Macht, insbesondere in der Rückschau auf das 19. und 20. Jahrhundert
  • eine Untersuchung zu historischen und aktuellen Möglichkeiten der Zensurumgehung, d.h. zu verdecktem Schreiben, alternativen Verbreitungsmöglichkeiten, etc.
  • eine Untersuchung zur „Widerstandsfähigkeit“ von Ideen in repressiven Umfeldern

Hierzu planen wir Seminare, Workshops, Tagungen und Kunstprojekte und führen diese selbst oder in Kooperationen mit Partnern durch.

Die so entstehende Bibliothek an Forschungsliteratur zum Thema und insbesondere unsere Sammlung an „verbotener Literatur“ wird Teil unserer öffentlich zugänglichen Bibliothek der Freiheit.